Holzstrom heizt bald das Eifelbad

Von Daniela Martinak, Kölner Rundschau vom 18.11.10

 

Das Eifelbad in der Kurstadt wird bald mit Holz beheizt: Eine Holzvergaseranlage soll künftig die Wärme liefern. Die Stadt erhofft sich eine fünfstellige Kosteneinsparung pro Jahr - und die Umwelt profitiert auch.

 

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Bad Münstereifel - Das Eifelbad in der Kurstadt soll bald mit Holz beheizt werden. Aber keine Sorge, niemand muss befürchten, nach Rauch zu riechen, wenn er das Schwimmbad betritt. Bald soll nämlich eine so genannte Holzvergaseranlage im hinteren Bereich des Parkplatzes am Eifelbad platziert werden.

Nein, ein Schritt zurück sei dies keinesfalls. „Im Gegenteil. Wir schaffen neue Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft und der Umwelt tun wir auf diese Weise auch etwas Gutes", betonte Wirtschaftsförderer Josef Laqua gemeinsam mit Netzwerkmanager Julien Uhlig. Bürgermeister Alexander Büttner freut sich: „Ich bin mir sicher, dass das eine gute Sache ist. Wir werden eine fünfstellige Summe einsparen, also etwa 20 bis 30 Prozent unserer bisherigen Kosten."

In drei nebeneinander platzierten Containern von vier Metern mal 1,50 Meter Größe wird das Holzgas erzeugt und in Energie umgewandelt. In den Containern sollen Resthölzer von Schwachhölzern wie Fichten und Tannen energetisch nutzbar und zu Strom und Wärme umgewandelt werden. Holzvergasung wurde bereits zurzeit des Zweiten Weltkriegs genutzt. „Damit wurden Fahrzeuge betrieben. Die Technik ist also nicht so ganz neu. Was neu ist, ist der industrielle Maßstab", berichtet Laqua.

Die Container sollen einmal pro Woche mit Holzschnitzeln befüllt werden. In der Anlage wird das Holz bei etwa 1.400 Grad im Glutbett vergast. Über den Gasmotor wird das entstehende Schwachgas in Strom und Wärme umgewandelt.

Ganzjahresbetrieb angestrebt

Diese Art von Stromerzeugung sei allerdings nur für größere Unternehmen oder Anlagen von Vorteil. „Die Holzstromgewinnung ist optimal, um den Grundwärmebedarf zu decken. Eine derartige Anlage immer wieder an- und abzuschalten, ist teuer. Wir setzen auf ganzjährige Wärmeabnahme", so der Manager des Netzwerks, Julien Uhlig. Die Anlage sei getestet und funktioniere gut.

Das Netzwerk Holzstrom stellt sich am 19. November ab 9 Uhr in Bad Münstereifel der Öffentlichkeit vor. Im Rathaus können sich Interessierte direkt an die zuständigen Wissenschaftler und Mitglieder wenden.

Linktipp: Info-Site www.holzstrom.net

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